Fußball-Machtkampf: UEFA bittet FIFA zur Kasse

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Fußball-Machtkampf: UEFA bittet FIFA zur Kasse

Aleksander Ceferin und Gianni Infantino
© Robert Michael/dpa

Streit der Verbände

Nyon (dpa) - Die europäische Fußball-Union UEFA und der nordamerikanische Dachverband Concacaf haben im Machtkampf gegen den Weltverband FIFA und dessen Präsident Gianni Infantino einen weiteren Schritt vollzogen. Die beiden einflussreichen Verbände forderten die FIFA dazu auf, ihren Mitgliedsverbänden nach der finanziell erfolgreichen WM im vergangenen Sommer jeweils zusätzliche 10 Millionen US-Dollar auszuzahlen. Bei 211 Mitgliedsverbänden würde das die FIFA rund 2,1 Milliarden Dollar kosten. Das geht aus einem gemeinsamen Schreiben hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatten auch andere Medien wie die Nachrichtenagentur AP davon berichtet.

UEFA und Concacaf begründen ihre Forderung damit, dass die FIFA nach der WM in den USA, Kanada und Mexiko über Reserven in Höhe von rund 6 Milliarden Dollar verfüge und sich eine einmalige Ausschüttung nach der bereits genehmigten und im «FIFA Forward Enterprise»-Programm festgehaltenen Zahlung leisten könne. Das zusätzliche Geld solle nach Ansicht von UEFA und Concacaf in den Jahren 2027 bis 2030 für Investitionen in Infrastruktur und Fußballentwicklung ausgegeben werden.

Kritik an Infantino

Die von Aleksander Ceferin geführte UEFA und die Concacaf mit Präsident Victor Montagliani gelten als schärfste Kritiker von Infantino, der sich am 18. März 2027 zum vierten Mal zum FIFA-Chef wählen lassen will. Unter den stimmberechtigten 211 FIFA-Mitgliedsländern gibt es derzeit keine klare Mehrheit für oder gegen ihn.

Ein Alternativkandidat konnte von der UEFA bislang nicht benannt werden. Ceferin selbst beabsichtigt nicht anzutreten. Zusammen vereinen die beiden Kontinentalverbände 90 der 211 Stimmen.

Infantino ließ erneute Kandidatur ankündigen

Infantino hatte an den FIFA-Gremien vorbei ein milliardenschweres Investorenmodell für die WM-Vermarktung herbeiführen wollen und dafür konkrete Pläne mit US-Geldgebern vorgelegt. Das hatte zu massiven Protesten vor allem aus Europas Fußball-Führungszirkel gesorgt. Infantino musste seine Pläne zurückziehen. Folgende Rücktrittsforderungen lehnte er ab, stattdessen ließ er eine erneute Kandidatur für das kommende Jahr ankündigen.

Der Zwist um das Milliardenprojekt, das Infantino nur kurz nach der WM in Amerika präsentierte und innerhalb von wenigen Tagen wieder zurückzog, hat bereits mehrere Eskalationsstufen hinter sich. Die 55 UEFA-Mitglieder drohten in einer Reaktion offen ihren Boykott für alle FIFA-Events an, falls der Plan nicht zurückgezogen und gewisse Garantien für die Zukunft gegeben werden.

Vorgehen erinnert an Blatters Sturz

Auch auf juristischem Weg versucht die UEFA den Sturz des Schweizers herbeizuführen. Im Kern geht es um den Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Im Falle einer Verurteilung könnte Infantino der UEFA zufolge sogar eine Haftstrafe drohen. Ein Verfahren würde in der Schweiz, der Heimat der FIFA, anhängig sein. Der Weg über die US-Justiz hat formale Gründe, da in Florida die FIFA-Rechtsabteilung ansässig ist.

Das Vorgehen erinnert an den Sturz von Infantinos Vorgänger Joseph Blatter im Jahr 2015. Der langjährige FIFA-Boss gab sein Amt auf, nachdem die US-Justiz in zahlreichen Fällen ermittelt hatte. Blatter selbst wurde nie verurteilt, aber sein Führungskonzept war nicht mehr tragbar. Ende August attackierte die UEFA Infantino allerdings frontal.

Infantino möchte nochmal als FIFA-Präsident kandidieren. (Archivbild) © STR/AP/dpa
Infantino möchte nochmal als FIFA-Präsident kandidieren. (Archivbild)
© STR/AP/dpa
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Bernd Neuendorf und Aleksander Ceferin
DFB-Präsident Bernd Neuendorf (l) und UEFA-Boss Aleksander Ceferin arbeiten eng zusammen. (Archivbild) © Marijan Murat/dpa
DFB-Präsident Bernd Neuendorf (l) und UEFA-Boss Aleksander Ceferin arbeiten eng zusammen. (Archivbild)
© Marijan Murat/dpa
FIFA-Chef Infantino
Infantino möchte nochmal als FIFA-Präsident kandidieren. (Archivbild) © STR/AP/dpa
Infantino möchte nochmal als FIFA-Präsident kandidieren. (Archivbild)
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